Thailand-
Am 8. Juli 2025 kündigte das thailändische Kabinett die Rücknahme des umstrittenen Gesetzesentwurfs für Unterhaltungskomplexe an. Dieser hatte die Legalisierung von Casino-Glücksspielen in integrierten Resorts zum Ziel, um Tourismus und Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Die Entscheidung, die auf öffentlichen Widerstand und politische Instabilität zurückzuführen war, markiert eine Unterbrechung der Bemühungen der Regierung, eine regulierte Glücksspielbranche in dem mehrheitlich buddhistischen Land aufzubauen.
Der Gesetzentwurf für Unterhaltungskomplexe, der im Januar 2025 erstmals grundsätzlich vom Kabinett verabschiedet wurde, sah die Schaffung großer Unterhaltungskomplexe mit Casinos, Hotels, Einkaufszentren und anderen Attraktionen vor, ähnlich den Modellen in Singapur und Macau. Die Initiative wurde von der Pheu-Thai-Regierung unter Premierminister Paetongtarn Shinawatra vorangetrieben. Ziel war es, ausländische Investitionen anzuziehen, die Touristenzahlen um 5–10 % zu steigern und schätzungsweise 39.4 Milliarden Baht (894 Millionen Pfund) an jährlichen Steuereinnahmen zu generieren.
Der Gesetzentwurf stieß von Anfang an auf Hindernisse. Obwohl öffentliche Konsultationen angeblich eine Zustimmung von 80 % der Befragten zeigten, hielten weitverbreitete Proteste und Bedenken hinsichtlich sozialer Auswirkungen, wie problematischem Glücksspiel und möglichen Verbindungen zur organisierten Kriminalität, an. Kritiker, darunter Bürgerinitiativen und die oppositionelle Volkspartei, argumentierten, der Gesetzentwurf könne die Verschuldung privater Haushalte, häusliche Gewalt und Finanzkriminalität, insbesondere in einkommensschwachen Gemeinden, verschlimmern. Demonstranten versammelten sich vor dem Regierungsgebäude in Bangkok. Gruppen wie die Stop Gambling Foundation und die Thai Pakdee Party überreichten Petitionen, darunter eine mit 100,000 Unterschriften, und forderten die Regierung auf, ihr Vorhaben zu überdenken.
Der Gesetzentwurf enthielt auch restriktive Maßnahmen für thailändische Staatsbürger, wie etwa eine Einreisegebühr von 5,000 Baht (147 US-Dollar) und die umstrittene Nachweispflicht von 50 Millionen Baht (1.4 Millionen US-Dollar) Festgeldanlagen. Kritiker argumentierten, dass dies den Großteil der thailändischen Bevölkerung ausschließen würde, deren Pro-Kopf-BIP bei etwa 7,300 US-Dollar liegt. Obwohl die Regierung kurzzeitig erwog, diese „Millionärsklausel“ zu streichen, blieb sie im Entwurf, der dem Parlament vorgelegt wurde, erhalten und schürte damit den Widerstand weiter.
Auch die politische Instabilität spielte bei der Rücknahme des Gesetzes eine entscheidende Rolle. Die Suspendierung von Premierminister Paetongtarn Shinawatra am 1. Juli 2025 durch das Verfassungsgericht nach Vorwürfen ethischen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit einem durchgesickerten Telefonat mit dem ehemaligen kambodschanischen Führer Hun Sen, schwächte die Regierungskoalition. Der fast sofortige Rückzug der Die aus der Koalition ausgeschiedene Bhumjaithai-Partei untergrub die parlamentarische Mehrheit der Regierung weiter. Dies erschwert die Durchsetzung umstrittener Gesetzesvorhaben. Vizefinanzminister Julapun Amornvivat nannte diese politischen Herausforderungen sowie die Notwendigkeit einer stärkeren Einbindung der Öffentlichkeit als Hauptgründe für die Zurückstellung des Gesetzesentwurfs.
Julapun erklärte, der Rückzug sei eine vorübergehende Verzögerung und keine Absage. Der Gesetzentwurf solle nach einer Kabinettsumbildung und weiteren öffentlichen Konsultationen erneut vorgelegt werden. Er bedauerte die Verzögerung und wies darauf hin, dass sie Thailands Fähigkeit zur Restrukturierung der Tourismusbranche, einem wichtigen Wirtschaftsfaktor mit einem Beitrag von 13 % zum BIP, beeinträchtigen könnte. Die Regierung möchte die Vorteile von Unterhaltungskomplexen klarer darlegen. Casinos sollen auf 10 % der Gesamtfläche begrenzt und andere Attraktionen wie Themenparks und Kongresszentren einbezogen werden.
Die Entscheidung enttäuschte globale Glücksspielbetreiber wie Galaxy Entertainment Group, MGM Resorts, Wynn Resorts und Las Vegas Sands, die Thailand als lukrativen Markt mit dem Potenzial sahen, nach Macau und Las Vegas zum drittgrößten Glücksspielziel der Welt zu werden. Analysten meinen jedoch, dass die Pause zu strengeren Regulierungsrahmen führen könnte, und ziehen dabei Lehren aus Singapurs Erfolg bei der Balance zwischen wirtschaftlichem Gewinn und sozialem Schutz.
Die Zukunft legalisierter Casinos in Thailand bleibt derzeit ungewiss. Regierungschef Wisut Chainaroon deutete an, dass der Gesetzentwurf wieder auf die Tagesordnung des Parlaments kommen könnte, nannte jedoch keinen Zeitplan. Der Fokus der Regierung hat sich auf dringlichere Probleme verlagert, darunter den anhaltenden Grenzstreit mit Kambodscha und die Auseinandersetzung mit der öffentlichen Sorge über die sozialen Risiken des Glücksspiels.
Die Originalversion dieses Artikels finden Sie unter Die Pattaya-Nachrichten.




