BANGKOK, Thailand – 28. August 2025 – Im Rahmen einer Gesetzesänderung, die darauf abzielt, potenzielle Gesundheitsrisiken einzudämmen und die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten, bereitet das thailändische Gesundheitsministerium (MoPH) die Einführung strengerer Kontrollen für den Verkauf von Kratom (Mitragyna speciosa) vor, einer traditionellen südostasiatischen Pflanze, die seit langem wegen ihrer stimulierenden und schmerzlindernden Eigenschaften verwendet wird.
Obwohl Kratom seit 2022 entkriminalisiert ist, konzentrieren sich die Behörden nun darauf, den informellen Straßenverkauf zu verbieten, der sich in ländlichen und städtischen Gebieten stark ausgebreitet hat, insbesondere in den südlichen Provinzen, in denen die Pflanze heimisch ist.

Kratom, ein immergrüner Baum, der in Thailand, Malaysia, Indonesien und Papua-Neuguinea heimisch ist, ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der traditionellen thailändischen Medizin. Seine Blätter werden gekaut, um einen leichten Energieschub zu erhalten, zur Linderung chronischer Schmerzen, Angstzustände und Opioid-Entzugserscheinungen verwendet oder zu Tees aufgebrüht. 1943 als Opiumersatz verboten und gemäß dem Betäubungsmittelgesetz von 5 als Betäubungsmittel der Liste 1979 eingestuft, änderte sich der Status von Kratom 2022 mit der Verabschiedung des Betäubungsmittelgesetzes (Nr. 8) BE 2564 dramatisch. Durch diese Änderung wurde es von der Liste der kontrollierten Substanzen gestrichen und Besitz, Konsum, Herstellung und Verkauf für jegliche Zwecke, einschließlich medizinischer und Freizeitgebrauch, entkriminalisiert. Dieser Schritt führte zur Freilassung von 121 Häftlingen und zur Einstellung Tausender damit verbundener Verfahren, wodurch der Regierung jährlich schätzungsweise 1.7 Millionen Baht an Strafverfolgungskosten erspart blieben.
Das Kratom-Pflanzengesetz BE 2022 aus dem Jahr 2565 formalisierte die Regulierung weiter und förderte wirtschaftliche Möglichkeiten, indem es lizenzierten Handel, Import und Export erlaubte und gleichzeitig Sicherheitsvorkehrungen auferlegte. Der Verkauf an Minderjährige unter 18 Jahren, schwangere oder stillende Frauen ist erlaubt, jedoch verboten. Verkäufer sind verpflichtet, Warnhinweise anzubringen. Verstöße werden mit Geldstrafen von bis zu 100,000 Baht geahndet. Trotz dieser Vorschriften hat der informelle Straßenverkauf – oft durch nicht lizenzierte Händler auf Märkten, an Autobahnen oder in Dörfern – stark zugenommen. Dies löste Bedenken hinsichtlich der unregulierten Qualität, der möglichen Verfälschung mit Betäubungsmitteln und der Gesundheitsrisiken wie Sucht und Toxizität aus, wenn es mit Substanzen wie Hustensaft in beliebten „4×100“-Cocktails gemischt wird.

Jüngste Ankündigungen des Gesundheitsministeriums, darunter eine Richtlinie vom Dezember 2023, die den Verkauf an gefährdete Gruppen verbietet, und die FDA-Richtlinien vom September 2024 für verarbeitetes Kratom in Nahrungsergänzungsmitteln, zeigen wachsende Besorgnis. Ab 2025 hat die thailändische FDA die eingeschränkte Verwendung in Kräuterprodukten und Getränken zugelassen, die tägliche Mitragyninaufnahme auf 1 mg begrenzt und die Einhaltung der Guten Herstellungspraxis (GMP) verlangt. Der Verkauf roher Blätter wird jedoch weiterhin nur unzureichend überwacht, was zu Berichten über Missbrauch führt, insbesondere unter Jugendlichen in südlichen Provinzen wie Surat Thani und Yala, wo Kratom kulturell verankert ist, aber zunehmend missbraucht wird.
Experten für öffentliche Gesundheit, darunter auch solche der Prince of Songkhla University, weisen auf langfristige Risiken hin. Diese basieren auf Studien aus den Jahren 2011 bis 2015, die zwar keine direkten Todesfälle durch traditionellen Tabakkonsum zeigten, aber erhöhte Bedenken hinsichtlich des Tabakkonsums und der Tabakabhängigkeit. Gemeindevorsteher in Gebieten wie Tambon Namphu plädieren für lokale Kontrollmechanismen, wie beispielsweise Dorfchartas, die seit 2021 erprobt werden, um Tradition und Regulierung in Einklang zu bringen. International ist Kratom unterschiedlich geachtet: In weiten Teilen der USA ist es unreguliert, in mehreren Bundesstaaten jedoch illegal, während die FDA vor den Gefahren als nicht zugelassener Zusatzstoff warnt.

Das geplante Verbot des Straßenverkaufs, das voraussichtlich Ende 2025 in Kraft treten wird, sieht vor, dass alle Transaktionen über lizenzierte Verkaufsstellen, Apotheken oder zugelassene Märkte laufen, um Qualitätskontrolle und Besteuerung zu gewährleisten. Beamte des Gesundheitsministeriums verweisen auf die Notwendigkeit, eine „unkontrollierte Verbreitung“ zu verhindern, die die öffentliche Gesundheit gefährden könnte, und greifen damit ähnliche Beschränkungen für Cannabis nach der Entkriminalisierung auf. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 50,000 Baht, bei Verkäufen an verbotene Gruppen verdoppelt sich die Strafe. Kritiker, darunter Landwirte in Kratom-Anbaugebieten, befürchten die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Kleinproduzenten, die Kratom als Alternative zu Kautschuk betrachten.
Befürworter argumentieren, die Maßnahme stehe im Einklang mit den weltweiten Bemühungen zur Schadensminimierung und könnte Thailand zu einem Vorreiter bei regulierten Kräuterexporten machen. Ein Dorfbewohner aus dem Süden erklärte den lokalen Medien: „Kratom ist seit Generationen unsere Medizin, aber ohne Regeln wird es zum Problem.“ Das Gesundheitsministerium plant öffentliche Konsultationen in den betroffenen Gebieten, bevor die Richtlinie finalisiert wird. Einzelheiten zur Umsetzung sollen im Royal Gazette veröffentlicht werden.
Die Originalversion dieses Artikels finden Sie unter Die Pattaya-Nachrichten.




