Thailand -
Professor Yong Poovorawan, Leiter des Exzellenzzentrums für klinische Virologie an der Medizinischen Fakultät der Chulalongkorn-Universität, teilte auf seiner Facebook-Seite Informationen, um der Öffentlichkeit das Verständnis des Nipah-Virus zu erleichtern, das kürzlich in Indien gemeldet wurde.
Professor Yong erklärte, dass das Nipah-Virus keine neue Krankheit sei. Es wurde erstmals 1998 in Malaysia nachgewiesen und verursachte über 100 Todesfälle. Studien legen nahe, dass Umweltfaktoren wie Dürre im Zusammenhang mit El Niño und Waldbrände in Sumatra, Indonesien, Flughunde nach Malaysia getrieben haben könnten. Das Virus verbreitete sich wahrscheinlich von den Fledermäusen über kontaminiertes Obst auf Schweine und dann von den Schweinen auf Menschen, insbesondere auf Personen, die in der Schweinehaltung und im Transportwesen tätig sind.
Das Virus wurde nach dem Nipah-Fluss benannt, wo der erste Ausbruch stattfand. Zu den Bekämpfungsmaßnahmen gehörte die Keulung von über einer Million Schweinen, wodurch der Ausbruch eingedämmt wurde. Seitdem traten Fälle sporadisch auf, hauptsächlich in Südasien. Das Nipah-Virus gilt als Zoonose mit einer hohen Sterblichkeitsrate.
Professor Yong merkte zur aktuellen Lage in Indien an, dass es in der Vergangenheit vereinzelt zu Ausbrüchen gekommen sei, meist jedoch in geringem Umfang. Die Übertragung erfolgt in der Regel von Fledermäusen auf Menschen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist zwar durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten möglich, bleibt aber selten und führt in der Regel nicht zu großflächigen Ausbrüchen.
Eine Infektion mit dem Nipah-Virus äußert sich durch hohes Fieber, Muskelschmerzen und Atemnot. Die Inkubationszeit beträgt etwa vier bis fünf Tage. Die Krankheit kann rasch fortschreiten und ist nicht spezifisch behandelbar; die Therapie beschränkt sich auf die Linderung der Symptome. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen 40 und 50 Prozent.
Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören das Vermeiden des Kontakts mit Wildtieren, insbesondere Fledermäusen, das Nichtverzehren von Früchten, die von Tieren angebissen wurden oder auf den Boden gefallen sind, das Waschen und Schälen von Früchten vor dem Verzehr sowie das Vermeiden des Kontakts mit kranken Tieren wie Schweinen. Auch eine gute persönliche Hygiene ist sehr wichtig.
Professor Yong betonte, dass kein Grund zur Panik bestehe, da das Nipah-Virus in Thailand noch nie beim Menschen nachgewiesen wurde, obwohl Fledermäuse es symptomlos übertragen können. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und erfordert engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Die Krankheit gilt weiterhin als schwere Infektionskrankheit.
Das Vorstehende ist eine Pressemitteilung der PR-Abteilung der thailändischen Regierung.




