Thailand kämpft mit stark gestiegenen Kraftstoffpreisen und lokalen Engpässen, ausgelöst durch die steigenden globalen Ölpreise inmitten der Spannungen im Nahen Osten. Medienberichten zufolge haben Panikkäufe zu langen Schlangen an Tankstellen, leeren Zapfsäulen in einigen Provinzen und Kaufbeschränkungen geführt, obwohl die Regierung beteuert, die nationalen Reserven reichten noch für 96 bis 101 Tage.
Die jüngsten Preisanpassungen verdeutlichen den Druck. Am 21. März 2026 stieg der Dieselpreis um 70 Satang pro Liter (auf etwa 31.14 Baht), während Benzin und Gasohol um 1 Baht pro Liter teurer wurden. Der Dieselpreis ist durch Subventionen des Ölfonds weiterhin auf 33 Baht pro Liter begrenzt. Geplant sind schrittweise Erhöhungen von 50 Satang bis 1 Baht, um plötzliche Preisschwankungen zu vermeiden. Zuvor hatte ein Preisstopp den Dieselpreis 15 Tage lang bei 29.94 Baht gehalten. Engpässe in der Lieferkette und die gestiegene Nachfrage von Großverbrauchern, die vermehrt an Tankstellen tanken, haben jedoch zu spürbaren Verknappungen geführt.
In Grenzgebieten wie Mae Sot (Provinz Tak) reichten die Warteschlangen kilometerweit, was einige dazu veranlasste, die Wartezeiten zu Geld zu machen. Ähnliche Szenen spielten sich landesweit ab, wobei die Bahnhöfe Gebührenlimits von 500 bis 2,000 Baht pro Fahrzeug festlegten und frühzeitig schlossen. Auch Pattaya blieb nicht verschont: Berichten zufolge fielen an mehreren PTT-Tankstellen die Tanks aus, sodass Schnellbootbetreiber nach Koh Larn nur unter eingeschränkten Füllbedingungen operieren konnten. und chinesische Reisegruppen, die sich Sorgen um den Flughafentransfer machen.

Während die Regierung beteuert, dass es keinen landesweiten Mangel gebe und die Produktion auf Hochtouren laufe, sprechen thailändische Medien von einer wachsenden „Vertrauenskrise“, die den Inlandstourismus bereits jetzt beeinträchtigt, insbesondere im Vorfeld von Songkran, dem thailändischen Neujahr und der beliebtesten Reisezeit des Jahres.
Eine Nida-Umfrage vom 17. bis 18. März 2026 (1,310 Befragte landesweit) brachte die Stimmung deutlich zum Ausdruck:
– 31.76 % bezeichneten sich selbst als „ziemlich alarmiert“ über die Treibstoffsituation.
– 44.28 % äußerten kein Vertrauen darin, dass die angegebenen 98-Tage-Reserven ausreichen würden oder dass die Regierung zusätzliche Lieferungen sichern könne.
– Zu den Reiseplänen für Songkran, falls die Krise andauert: 57.56 % hatten von vornherein keine Pläne; 14.80 % stornierten ihre Reise komplett; nur 12.06 % beabsichtigten, unverändert zu reisen. Ein geringerer Anteil gab an, Routen, Reiseziele oder Verkehrsmittel anzupassen.
Der Abgeordnete der Volkspartei, Sittipol Wibulthanakul, äußerte in einem Interview die Bedenken von Tourismusunternehmen und warnte, dass der Inlandstourismus „zum Erliegen gekommen“ sei, da Thailänder befürchteten, auf dem Weg zu weniger frequentierten Reisezielen keinen Treibstoff mehr zu haben. Er nannte konkrete Beispiele: leere PTT-Zapfsäulen in ganz Pattaya, die nördlichen Strecken von Ang Thong nach Sukhothai mit leeren Tankstellen und strengen Tankbeschränkungen sowie die südlichen Autobahnen (Chumphon nach Nakhon Si Thammarat), wo der Treibstoff bereits um 9 Uhr morgens vergriffen war. „Wenn die Thailänder nicht sicher sind, ob sie tanken können, wer soll dann fahren?“, fragte er und forderte ein nationales Echtzeit-Dashboard für Tankstellen.

Der thailändische Hotelverband (THA) schloss sich der Warnung an. Präsident Thienprasit Chaiyaphatranan betonte, dass die Angst vor Treibstoffknappheit die Auswirkungen auf den Tourismus bei Weitem überwiege. Über die Hälfte aller Inlandsreisen werden mit dem eigenen Auto unternommen; wenn Fahrer mehrere Tankstellen anfahren müssen, nur um festzustellen, dass die Zapfsäulen leer sind, scheitern ihre Pläne. Er warnte, dass ausländische Besucher, die Mietwagen nehmen, mit derselben Frustration konfrontiert seien, was Thailands Image weit über den Preis eines Liters Diesel hinaus schädigen könne.
Sieben große Tourismusverbände unter dem Dachverband der thailändischen Tourismusunternehmen (FETTA) haben gemeinsam dringende Maßnahmen vorgeschlagen: 14 Milliarden Baht an gezielten Hilfsgeldern, spezielle Treibstoffquoten für den Sektor, eine Kampagne „Eine Million Busse reisen durch Thailand“ und Anreize zur Kostenbeteiligung, um Reisen zwischen den Provinzen vor Songkran anzukurbeln.

Höhere Transportkosten machen sich bereits in der gesamten Wirtschaft bemerkbar. Die thailändische Staatsbahn (SRT) verbraucht monatlich 8–9 Millionen Liter Diesel und rechnet nun mit Verlusten von voraussichtlich über 18 Milliarden Baht im Jahr 2026. Logistikunternehmen berichten von Kostensteigerungen von 12 %, während KMU und der Straßenreiseverkehr am stärksten betroffen sind.
Die thailändische Tourismusbehörde (TAT) hat mit der Intensivierung ihrer Kampagne „Reisen Sie in der Nähe Ihres Wohnorts“ und der Einberufung von Krisensitzungen reagiert, aber die Betreiber sagen, dass nicht nur der Preis, sondern auch das Vertrauen schnell wiederhergestellt werden muss.
Im Vorfeld von Songkran stellt die Kombination aus höheren Benzinpreisen und uneinheitlicher Verfügbarkeit die Frage auf die Probe: Werden die Thailänder auf die Straße gehen oder zu Hause bleiben?
Die Originalversion dieses Artikels finden Sie unter Die Pattaya-Nachrichten.




